Behandlung - mit OP
Operative Therapie der Schultersteife:


Dennoch verlaufen zahlreiche Schultersteifen sehr hartnäckig, so daß der Patient unter ihnen sehr leidet.
In solchen Fällen ist das Durchbewegen der Schulter in Narkose ( die sog. " Narkosemobilisation " ) angebracht.

Alternativ oder in Kombination mit einer Narkosemobilisation kann eine Arthroskopie des Schultergelenkes mit einer endoskopischen Schulterkapselspaltung durchgeführt werden. Meistens wird eine Vollnarkose dazu durchgeführt, vereinzelt wird es unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Die Narkosemobilisation ist, neben der Kortisonstufenbehandlung, das einzige evidenzbasierte - d.h. wissenschaftlich gut nachgewiesene Behandlungsverfahren - das reproduzierbare Erfolge bringt. Man muss sich das folgendermassen vorstellen:

Es wird eine Narkose eingeleitet und man führt zunächst eine Narkoseuntersuchung durch. D.h. man schaut, wenn der Patient schläft, wie die zu erreichenden Bewegungsausschläge der Schulter sind. Anschliessend wird schonend und über mehrere Minuten die betroffene Schulter in alle Richtungen langsam aufgedehnt. Sind die erreichten Bewegungsausschläge wie gewünscht eingetreten, wird die Narkose an dieser Stelle beendet. Die Narkosemobilisation ist ein jahrezehntelang angewandtes und bewährtes sowie schonend durchgeführtes Verfahren. Selten kann es technikbedingt oder bei weichem Knochen zu Brüchen kommen. Die Wirksamkeit ist evidenzbasiert nachgewiesen.





Ob, wann und wie man eine Narkosemobilisation anwendet hängt vom individuellen Einzelfall ab. Eine pauschale Aussage, daß sie generell nicht mehr angewandt werde, weil sie z.B. nicht zeitgemäß sei, ist so wenig haltbar wie die generelle / ständige Anwendung der Narkosemobilisation in der Therapie der Schultersteife. Letzendlich kommt es auf den Einzelfall an.
Erreicht man das gewünschte Bewegungsausmass noch nicht, plaziert man eine Arthroskopiekamera im Schultergelenk. Es bedeutet, daß in gleicher Sitzung, während der Patient noch schläft, steril abgewaschen und abgeklebt wird. Etwa 2 bis 4, ungefähr 0,5 bis 1 cm lange Schnitte, werden angelegt und die Kamera für die Schulterarthroskopie und das Werkzeug, z.B. arthroskopische Scheren, werden ins Schultergelenk gebracht. Man macht zunächst eine Bestandsaufnahme im Schultergelenk und entfernt die entzündete Gelenkschleimhaut, um den Schulterschmerz für den Patienten zu vermindern. Danach wird - Schritt für Schritt - unter Wechsel von Kamera und Werkzeug zwischen den einzelnen Arbeitszugängen die Schulterkapsel arthroskopisch / minimalinvasiv gespalten. D.h. die Verklebungen werden rund um die Schulter gelöst und die Kapsel vorne, unten, hinten und oben gespalten. Meistens ist das vollständig ausreichend. U.U. kann sich danach eine Narkosenachmobilisation ggf. noch anschliessen.